Opale

Wissenswertes über den Opal

Der Opal ist ein häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Oxide und Hydroxide“. Als amorpher Festkörper besitzt Opal (ähnlich wie Glas) keine Kristallstruktur und tritt meist als massige Adernfüllung oder knollig ausgebildet auf.

Opale werden ausschließlich zu Schmucksteinen verarbeitet.

 

Besondere Eigenschaften der Opale

 

Als eines der wenigen amorphen Minerale besteht Opal aus hydratisiertem Kieselgel mit der allgemeinen chemischen Zusammensetzung SiO2•nH2O. Der Wassergehalt beträgt meist zwischen vier und neun Prozent, kann aber maximal etwa 20% erreichen.

Die herausragende Eigenschaft, die den Opal als Schmuckstein so begehrenswert macht, ist das buntfleckige, schillernde Farbenspiel, das so genannte Opalisieren des Edelopals. Es entsteht durch Reflexion und Interferenz der Lichtstrahlen zwischen den Kügelchen aus Kieselgel, die zwischen 150 und 400 nm (entspricht 1500 bis 4000 Å) groß sind. Bei Edelopalen sind diese Kieselgelkugeln etwa gleich groß und liegen in regelmäßiger Anordnung und dicht gepackt vor. 

Der ähnlich klingende und oft irreführend gebrauchte Begriff Opaleszenz bezeichnet dagegen einen milchig-bläuliches, dem Perlglanz ähnlichen optischen Effekt der gemeinen Opale. 

Opale können durch Fluorwasserstoffsäure und Kalilauge aufgelöst werden. Opal schmilzt beim Erhitzen über offener Flamme nicht, sondern wird matt und knistert.

 

Etymologie und Geschichte der Opalsteine

 

Der Begriff Opal wurde aus dem lateinischen opalus bzw. dem griechischen ὀπάλλιος opallios für „kostbarer Stein“ übernommen und stammt vermutlich aus dem Sanskrit upala („edler Stein“).

Opale galten bereits in der Antike als besonders wertvolle Edelsteine, die teilweise sogar höher als der Diamant bewertet wurden. Plinius der Ältere schrieb dazu: „[…] ihm ist ein Feuer zu eigen, feiner des im Carbunculus, er besitzt den purpurnen Funken des Amethystes und das Seegrün des Smaragdes und eine überhaupt unglaubliche Mischung des Lichts.“

 

Klassifikation der Opale

 

In der mittlerweile veralteten, aber noch gebräuchlichen 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Opal zur Mineralklasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort zur Abteilung der „Oxide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : Sauerstoff = 1 : 2“, wo er zusammen mit Coesit, Cristobalit, Melanophlogit, Moganit, Quarz, Stishovit, Tridymit die „Quarzgruppe“ bildete.

Die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) verwendete 9. Auflage der Strunz'schen Mineralsystematik ordnet den Opal ebenfalls in die Klasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort in die Abteilung der „Metall : Sauerstoff = 1 : 2 und vergleichbare“ ein. Diese Abteilung ist allerdings weiter unterteilt nach der Größe der beteiligten Kation und der Verwandtschaftsbeziehung der Minerale bzw. der Kristallstruktur, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit kleinen Kationen: Kieselsäure-Familie“ zu finden ist, wo es nur noch zusammen mit Tridymit die unbenannte Gruppe 4.DA.10 bildet.

Im Gegensatz zu den Strunz'schen Systematiken ordnet die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana den Opal in die Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort in die Abteilung der „Gerüstsilikatminerale“ ein. Hier ist er als einziges Mitglied in der unbenannten Gruppe 75.02.01 innerhalb der Unterabteilung „Gerüstsilikate: tetraedrisches Si-Gitter, SiO2 mit H2O und organischen Molekülen“ zu finden.

 

Varietäten der Opale

 

Das Kieselgel selbst ist farblos oder allenfalls schwach gefärbt. Farblose oder wasserklare Varietäten werden entsprechend als Glas- oder Milchopal bezeichnet. Durch verschiedenfarbige Verunreinigungen kann der Opal aber dennoch alle möglichen dunkleren Grundfarben, auch Körperfarbe genannt, annehmen. Graue, bernsteingelbe, rote, braune und seltener schwarze Varietäten kommen vor. In der Schmuckindustrie wird zwischen Edelopalen und Gemeinen Opalen unterschieden.

Angel-Skin-Opal ist dagegen eine irreführende Bezeichnung für ein dem Opal ähnliches Mineral namens Palygorskit von weißer bis rosiger Farbe.

 

Edelopal

Allgemein werden Opale mit lebhaften, opalisierenden Farbenspiel in Edelsteinqualität als Edelopale bezeichnet. Im Gegensatz dazu haben Gemeine Opale, die in Australien potch genannt werden, kein Farbenspiel. Eine Besonderheit bilden die Feueropale aus Mexiko, die ohne Farbenspiel eine einheitliche durchsichtige Farbe zeigen und zu den Edelopalen zählen.


Der Schwarze Opal ist besonders selten, er hat eine schwarze Körperfarbe und ist opak bis leicht lichtdurchlässig, vor allem wenn er gegen eine starke Lichtquelle gehalten wird.Unterschieden wird neben dem Schwarzen Opal der Schwarze Kristall-Opal, der bis zu einem gewissen Grad durchsichtig ist. Daneben gibt es den Dunklen Opal, der auch bei Durchlicht dunkel bleibt, und den Hellgrauen Opal. 

Helle Opale wurden früher Weiße Opale genannt. Bei den hellen Edelopale gibt es den bläulichgraue Jelly(-Opal) mit geringem Farbenspiel; der Crystal-Opal, der bei farblosem Körper ein geringes rötliches Opalisieren aufweist; sowie der farblose Girasol (ital.: „girara“ = drehen und „sole“ = Sonne) mit einem bläulichem Lichtschein ähnlich dem Mondstein.Zu den weißen Edelopalen zählt auch der Welo-Opal, der nach seinem Fundort in Äthiopien bezeichnet wurde. Dieser erscheint in einem besonders vielfältigem leuchtendem Farbspiel mit vielseitigen Mustern auf einer oft weißen Körperfarbe. Einige sind jedoch auch gelblich oder bernsteinfarben. 


Eine Besonderheit sind die Opale im australischen Queensland, die unter Boulder-Opal zusammengefasst werden. Es gibt Boulder-Matrix-Opale, die mit dem limonitischen Gestein verbunden und Yowah-Nuss-Opale, die von einer eisenhaltigen Schale umschlossen sind. Heller, Dunkler und Black Boulder haben das entsprechende Farbenspiel im Gestein. Daneben gibt es den Boulder-Split, einen in Lagerrichtung aufgespaltener Opal mit identischem Farbmuster.

Die Feueropale aus Mexiko (Jalisco bei Magdalena) und Brasilien (Rio Grande do Sul bei Campos Burgos und Piaui bei Pedro II.) gibt es mit und ohne Farbenspiel; die mit Farbenspiel werden für den Handel meist facettiert.


Die Dendritenopale, auch Moosopale genannt, sind durch vielfältige Farben gekennzeichnet. Sie werden in Niederösterreich (Doberberg), Tschechien (Český Krumlov), Sambia (Lake Kariba), Peru und in Western Australia bei Norseman) gefunden. Sie zählen bei vorhandenem Farbenspiel zu den Edelopalen.
Sehr begehrt ist der Harlekin-Opal mit seinem kräftigen, segmentförmigen Farbenspiel bei durchsichtiger bis durchscheinender Grundsubstanz.


Nach Fundorten werden Opale auch häufig benannt, wie beispielsweise der Lightning-Ridge-Schwarzopal, Mexikanischer Schwarzopal, Andamooka-Kristallopal, Andenopal oder Welo-Opal aus Äthiopien.

 

Gemeiner Opal

Zu den Gemeinen Opalen zählt der Hyalit (von griech. hyalos = Glas) oder auch Glasopal, der als einfacher, wasserklarer Opal mit traubig-nieriger bis krustenförmiger Ausbildung kein Farbenspiel zeigt.

Der ebenfalls den Gemeinen Opalen zugerechnete Hydrophan (aus dem Griechischen: hydor (Wasser) und phanos (scheinen)) oder auch Milchopal entsteht durch alterungsbedingten Wasserverlust aus Edelopal und ist milchigweiß mit nur noch mattem Glanz und schwacher Opaleszenz. Durch Wasseraufnahme wird er für kurze Zeit wieder durchsichtig und erhält sein volles Farbenspiel. Der Stein hieß bei den alten Mineralogen auch Weltauge (oculus mundi). Schmucktechnisch ist er ohne Bedeutung. Man kann ihn aber in einer Flüssigkeit als Dekoration verwenden.

Holzopal schließlich entstand durch Verkieselung von Holz und ist von gelblicher bis bräunlicher Farbe.

Weitere zu den Gemeinen Opalen gehörende Varietäten sind der gebänderte Achatopal, der durch Eisenverbindungen rötliche bis brauneJaspopal der gelbliche Honigopal, der porzellanähnliche, perlmuttglänzende Kascholong (Cacholong, Porzellanopal), der Moosopal mit seinen dendritischen Strukturen, der grüne und oft als Imitation für den Chrysopras verwendete Prasopal (Chrysopal) und der gelblichbraune, wachsglänzende Wachsopal.

Als Kieselsinter oder Geysirit werden lockere, feinkörnige Opal-Krusten bezeichnet, die sich durch die Tätigkeit von Thermalquellen und Geysire absetzen.

Kieselgur ist die einzige technisch verwendete Varietät. Als lockeres Aggregat mit feinen Poren ist er sehr saugfähig und wärmedämmend und wird daher im Bauwesen eingesetzt.

 

Bildung und Fundorte von Opalen

 

Opale bilden sich hydrothermal in verschiedenen vulkanischen Gesteinen wie beispielsweise Tuff, aber auch durch Sedimentation in organischem Material, wodurch unter anderem Holzopal entsteht. Begleitmineral ist der Chalcedon.

Die bekannteste Fundstätte für Edelopale ist Australien, dort vor allem Winton, Jundah, QuilpieYowah und Koroit in Queensland undAndamooka, Coober Pedy, Mintabie und Lambina in South Australia, sowie White Cliffs und Lightning Ridge in New South Wales.

Dubník in der Slowakei war vermutlich bereits zur Römerzeit als Abbaugebiet für Opale bekannt. Gesichert ist der Opalabbau jedoch vom 15. bis ins 19. Jahrhundert. Von dort kommt auch einer der größten je gefundenen Edelopale, der 1775 gefunden und mit einem Gewicht von 600 Gramm ein stolzes Ausstellungsstück des Naturhistorischen Museums in Wien ist.

Weitere Fundorte sind unter anderem Cerritos, Hidalgo, Magdalena, Bundesstaat Jalisco, Querétaro und Zimapan in Mexiko; Valeč und Smrček in Tschechien sowie der heutige polnische Teil von Schlesien.

 

Verwendung der Opale als Schmuckstein

 

Opale in Edelsteinqualität sind äußerst selten, ein industrieller Abbau findet daher nur an wenigen Orten in der Welt statt. Opal wird zwar auf allen Kontinenten gefunden, allerdings kommen 96 Prozent aller Opale aus Australien. Dort liefern den Hauptanteil der weltweiten Förderung die Lagerstätten um die Stadt Coober Pedy.

Um ihr schillerndes Farbenspiel zur vollen Entfaltung zu bringen, werden Opale zu Cabochonen verschliffen. Eine Ausnahme stellt der Feueropal dar, bei dem der rot leuchtende Glanz mit einem Facettenschliff verstärkt wird.

Um den sehr teuren Schwarzopal nachzubilden, werden sie in der Schmuckindustrie häufig als Tripletten ausgeführt. Eine Opaldublette besteht aus 2 Elementen, einem Trägermaterial aus Potch (nicht opalisierender Opal) oder Boulder und einem Opalplättchen. Eine Opaltriplette besteht aus drei Elementen – ein Trägerplättchen als Untergrund, darüber der Opal und als Schutz wird darauf eine Kristallglasschicht gegeben, um den Opal zu schützen.

 

Esoterik der Opalsteine

 

Bereits im Alten Rom galt der Opal als der Stein der Liebe und Hoffnung. Er gilt allgemein als Talisman der Diebe und Spione. Bei den Esoterikern wird der Opal als Heilstein zur Steigerung von Lebensfreude und Optimismus eingesetzt. Daneben soll er körperliche Leiden wie Halsentzündungen lindern bzw. allgemein gegen Entzündungen wirken. Auch bei Herz- und Nierenproblemen werden dem Opal heilsame Wirkungen nachgesagt. Die Steigerung von Lebensfreude soll sich aber auch ins Gegenteil verkehren können, da der Opal angeblich jedes Gefühl intensiviert. Statt Lebensfreude kann demnach auch eine etwaige Lebensmüdigkeit intensiviert werden. Wissenschaftliche Belege für die angeblichen physischen und psychischen Wirkungen gibt es nicht.

 

 

 

 

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Authors : Aramgutang

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